Gedanken

Es ist leichter,

im Alter die Energie

der Jugend aufzubringen,

als in der Jugend

die Weisheit des Alters.



Wo alle loben, habt Bedenken,

wo alle spotten, spottet nicht,

wo alle geizen, wagt zu schenken,

wo alles dunkel ist, macht Licht.

 

                                                         Lothar Zenetti

 

 



Sprichwort

"Der Unterschied zwischen existieren und leben

liegt im Gebrauch der Freiheit."

Unbekannt:

Angesichts der Tatsache, dass die Welt immer mehr auf Zusammenarbeit angewiesen ist,

ist es sträflich, mit verengtem Blick ein Szenario zu entwerfen, das nur Resignation erlaubt

und potentiell interessierte und motivierte Menschen entmutigt.

 



Die Liebe hat zwei Töchter:

die Güte und die Geduld.

Vom arabischen Dichter Chalil Dschibran (1883 - 1931) stammen folgende Zeilen: Eure Kinder sind nicht euer Besitz.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
Ihr könnt ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken.
Ihr könnt ihren Körpern ein Zuhause geben, aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen in dem Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr euch bemühen, zu werden wie sie,
aber ihr dürft sie nie dahin bringen wollen, zu werden wie ihr.
Denn das Leben geht nicht rückwärts und hält sich nicht auf beim Gestern.

Gedanken über das Älterwerden

 

 

Du willst am Morgen frisch und munter

zum Einkauf in die Stadt hinunter,

nimmst Hut und Mantel, bist in Eile,

hast keine Zeit für Langeweile.

Jetzt fehlt der Schlüssel noch zur Fahrt:

„Ich hat ihn gestern noch verwahrt!“

Jetzt ist er nirgends zu entdecken,

da hilft kein Fluch, es bleibt der Schrecken.

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Vom zweiten Stock steigst Du hinunter,

trittst auf die Straße frisch und munter.

Doch plötzlich fragst Du Dich verdrossen:

„Hab`ich auch wirklich abgeschlossen?“

Du könntest schwören viele Eide,

steigst dennoch rauf, Dir selbst zum Leide.

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Gehst Du des Wegs so für Dich hin,

grüßt Dich ein Mensch; erkennst Du ihn?

Wenn ja, wie war doch gleich sein Name?

Tausend Erinnerungen kamen

hervor aus der Vergangenheit,

sie liegen alle griffbereit.

Du hast sie einzeln aufgezählt...-

nur dieser Name hier, der fehlt!

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Brauchst Du mal etwas aus dem Schrank

der gut gefüllt ist- Gott sei Dank!

Hast kaum geöffnet Du die Tür,

da fragst Du Dich: „Was wollt ich hier?“

Verstört bist Du, daß in Sekunden

das, was Du vorhast, ist verschwunden.

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Und die Geschwätzigkeit senilis

den andern leider oft zuviel ist.

Zumal, was gestern Du erzählt,

auch heute im Gespräch nicht fehlt,

und wie so die Erfahrung lehrt,

auch morgen brühwarm wiederkehrt.

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

 

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Benutzt Du mal ein Bügeleisen

und gehst anschließend gleich auf Reisen,

drei Wochen bangst Du,- ungelogen!

„Hab ich den Stecker rausgezogen?

Sitzt etwa der noch in der Wand?

Bin ich inzwischen abgebrannt?“

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Und reist Du mal woanders hin,

bewegst Du vorher Deinen Sinn,

Schlüssel und Geld jetzt zu verstecken,

damit kein Dieb es kann entdecken.

Zurück im Haus hast Du indessen

das heimliche Versteck vergessen.

„Bei Gott“ stöhnst Du, ganz starr vor Schreck,

„was soll ich tun, mein Geld ist weg!“

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Zum Frühstück nimmst Du drei Tabletten,

die sollen Dein Gedächtnis retten.

Du fragst Dich plötzlich ganz beklommen:

„Hab ich sie wirklich eingenommen?

Ja, ist mein Denken denn noch dicht?

Und zweimal nehmen darf ich nicht!“

Da fragt es aus dem Hinterhalt:

„Mensch, wirst Du etwa alt?“

 

Maschinen kann man reparieren

und ihr Getriebe ölig schmieren.

Bei Radio und Mikrowelle

ein neuer Chip hilft auf der Stelle.

Doch wenn der Kalk im Hirn sich dichtet,

gibt’s nichts mehr, was das Dunkel lichtet.

Da fällt die düstre Stimme ein:

„Mensch, find Dich endlich drein!“

 

 



Im Anfang war.......?

 

1.        Ein Phänomen ist das, was sich unseren Sinnen, unserer Erkenntnis darbietet.

 

2.        Phänomene entstehen durch den Kollaps von Wellenfunktionen.

 

3.        Ein Kollaps wird ausschließlich durch den Akt der Beobachtung bewirkt (Erkenntnis der modernen Quantenphysik, siehe z.B.: Doppelnatur des Lichts).

 

4.        Hieraus lässt sich analog ableiten, dass unser Universum aus dem Kollaps eines komplexen Netzes von „universellen Wellenfunktion“ resultiert.

 

5.        Dieser Kollaps muss zwingend von einem äußeren „Beobachter“ hervorgerufen worden sein.

 

6.        Es existieren keine parallelen Universen. Es gibt lediglich virtuelle (der Möglichkeit nach vorhandene) Realitäten, die verschwinden, um unserer einzigen Realität Raum zu geben, sobald dieser transzendente Beobachter eingreift.

 

7.        Dieser verändert von außen die kosmische Evolution in jedem Augenblick.

 

8.        Daraus ergibt sich wiederum, warum dieser sowohl einzige wie transzendente Beobachter für die Existenz und die Entwicklung unseres Universums absolut unerlässlich ist.

 

9.        Und schließlich versteht man, dass dieser kosmische Beobachter einen Namen hat (Gott)

 

10. Die Quantenphysik und die daraus hervorgegangene metarealistische Philosophie stützen diese Schlussfolgerung.

 

 

 

 





Lehren über die Natur des Seins

Größenverhältnisse

 

1)    Ein Wassertropfen besteht aus etwa tausend Mia x Mia Molekülen.

 

             Durchmesser:

             *  Moleküle     10-9    m

             * Atome          10-10   m

             * Atomkerne   10-14   m

             * Nukleonen   10-15   m

             * Quarks         10-18   m (kleinste mögliche physikalische Größe)

     

            

2)    Wenn (z.B.) ein Türschlüssel so lange wächst, bis er die Größe der Erde erreicht hat, wären seine Atome so  groß wie Kirschkerne.

Würden wir die Kirsche zu einer 200 m großen Kugel  anwachsen lassen, wäre der Atomkern nicht größer als ein Staubkorn.

     

3)    Wenn ich alle Atome eines Salzkorns zählen möchte und pro Sekunde eine Milliarde zählen könnte,

        brauchte ich 500 Jahre.

 

4)    Wenn ich den Atomkern  eines Wasserstoffatoms in Stecknadelkopfgröße in Paris auf einen Tisch legen

würde, beschriebe sein Elektron einen Kreis, der sich über Holland, Deutschland und Nordspanien

       erstrecken würde.



Verschränkung von Photonen über 144 km Distanz gelungen!

von RedaktionZuletzt verändert: 04.06.2007 14:55

Kommt das satellitengestützte globale Quantenkryptographie System?

Verschränkung von Photonen über 144 km Distanz gelungen!

Verschränkte Photonen im Labor

Verschlüsselte Botschaft über Rekord-Distanz

Die quantenmechanische Verschränkung zweier Photonen bleibt selbst über eine Distanz von 144 km erhalten.

Mit Hilfe der Quantenkryptographie soll eine abhörsichere Kommunikation ermöglicht werden. Ein großer Schritt auf dem Weg dorthin gelang nun einem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Harald Weinfurter, Professor für Quantenoptik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Max-Planck-Institut für Quantenoptik, und Anton Zeilinger, Professor an der Universität Wien. In einem Experiment konnten sie aufzeigen, dass die so genannte quantenmechanische Verschränkung, die von Albert Einstein als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichnet wurde, selbst über eine Distanz von 144 km nachweisbar bleibt – zehn mal weiter als je zuvor gemessen. Das Ergebnis hat nicht nur Bedeutung für die Grundlagenphysik sondern auch für die praktische Anwendung: Die Quantenverschränkungen können zur Erzeugung eines geheimen Schlüssels und damit zur abhörsicheren Nachrichtenübertragung verwendet werden, wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Physics berichten.

Lichtteilchen sind bei diesem Experiment die Träger von Informationen. Licht hat zugleich Wellen- und Teilcheneigenschaften. Die quantenmechanische Eigenschaft der Verschränkung von Photonen verursacht übereinstimmende Messergebnisse an Teilchenpaaren – egal wie weit die Teilchen voneinander entfernt sind. In der experimentellen Studie für die Europäische Raumfahrtagentur ESA fragten die Forscher danach, was passiert wenn eines von zwei verschränkten Lichtteilchen weit entfernt vom anderen gemessen wird. Die Situation scheint zunächst sehr dem Spiel mit zwei herkömmlichen Würfeln ähnlich zu sein. Nach einem Wurf zeigt jeder der beiden eine zufällige Augenzahl – das gleiche würden wir auch bei verschränkten Würfeln beobachten. Während aber bei herkömmlichen Würfeln die beiden Zahlen unabhängig voneinander sind, zeigen „verschränkte Würfel“ immer die gleiche Augenzahl, egal wie weit sie voneinander getrennt sind. Genau dieser Umstand wird in der Quantenkryptographie ausgenutzt, um einen kryptographischen Schlüssel zu erstellen.

Im Experiment wurden die verschränkten Photonen am Roque de los Muchachos Observatorium (2.400 m) auf der Kanarischen Insel La Palma erzeugt. Eines der Photonen wurde über ein Teleskop auf seine 144 km lange Reise durch die Luft zur Nachbarinsel Teneriffa geschickt, wo das OGS, ein für die Satellitenkommunikation gebautes Teleskop der ESA, als Empfänger diente. Das Schwester-Photon wurde lokal in La Palma gemessen, wobei die Messergebnisse der Polarisation (entspricht der Augenzahl der Würfel) der beiden Photonen miteinander verglichen wurden. Mit großer Wahrscheinlichkeit ergab die Messung in La Palma dasselbe Ergebnis wie die Messung am Photon in Teneriffa. Mittels dieser Eigenschaft konnte ein geheimer Schlüssel ausgetauscht werden, den nur die rechtmäßigen Sender und Empfänger kennen und daher zur abhörsicheren Nachrichtenübertragung verwenden können.

Wenngleich der quantenmechanische Effekt der Verschränkung schon lange bekannt und in vielen Experimenten untersucht worden ist, ist es eine gewaltige technische Herausforderung, dies über sehr große Distanzen zu realisieren. Auf dem Weg durch die Atmosphäre wechselwirken die Lichtteilchen mit Atomen und Molekülen, obendrein lenkt Luftunruhe den Lichtstrahl ab, ähnlich dem Flirren über heißem Asphalt. Im Experiment konnte jedoch eine hohe Verschränkungsqualität der Partnerteilchen nachgewiesen werden. Alternativ können auch schwache Laserpulse zur Quantenkryptographie verwendet werden, bisher aber nur über kurze Distanzen. Im Rahmen des ESA-Projekts (General Study Programme) wurde gezeigt, dass, unter Ausnutzung einer neuartigen Kodierung, mit vergleichbarer Ausbeute Schlüssel auch über diese große Entfernung erzeugt werden können (Phys. Rev. Lett. 98, 010504).

Will man mit Satelliten kommunizieren ist die Entfernung zwar größer, aber die störende Luftschicht deutlich dünner. Die Experimente zeigen daher eindeutig, dass sichere Nachrichtenübertragung von und zu Satelliten auf Basis der Quantenkommunikation schon mit heutiger Technologie möglich ist. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA plant bereits weitere Schritte hin zur globalen Verteilung von Quantenzuständen entweder mittels Satelliten, oder mit einem Quantenkommunikationsmodul installiert am europäischen Weltraumlabor Columbus der Internationalen Raumstation ISS. Damit wird es möglich sein, die bisherige Entfernungsbegrenzung der Quantenkryptographie zu überwinden und Quantenkommunikation auf globalem Niveau zu verwirklichen.

Quelle: LMU München

Weitere Infos:
Weitere Literatur:


Weitere Informationen und Reader: bitte hier klicken!



Ich fand den folgenden Artikel kaum leserlich in einer Zeitschrift. Allerdings sind mir die Namen von Verfasser und Zeitschrift mit der Zeit abhanden gekommen.

Wenn sich der Verfasser des Artikels meldet, werde ich ihn umgehend an dieser Stelle meiner Homepage nennen.

Der Wandel der Weltbilder

Der Wandel der Weltbilder durch die Verbesserung der technischen Möglichkeiten der Beobachtung

 

Im Herbst 1609 richtete Galileo Galilei ein Fernrohr gen Himmel. Er entdeckte Berge auf dem Mond, unzählig viele Sterne im Band der Milchstraße und vier Monde, die den Planeten Jupiter umkreisen. Fortan vertrat Galilei das heliozentrische Weltbild, das Nikolaus Kopernikus mehr als ein halbes Jahrhundert zuvor postuliert hatte. Das neue System sah nicht die Erde sondern die Sonne im Zentrum des Universums.

Mehrfach mussten die Astronomen in den vergangenen vier Jahrhunderten das Weltbild revidieren.- im Wechselspiel  aus Theorie und Beobachtung. Neue Linsenschleiftechniken ermöglichten den Bau immer größerer und besserer Fernrohre. So verfügte der holländische Wissenschaftler Christian Huygens 1656 bereits über ein sieben Meter langes Fernrohr mit hundertfacher Vergrößerung, mit dem er die Ringe des Planeten Saturn und einen seiner Monde entdeckte. Galilei musste sich noch mit zehn- bis zwanzigfacher Vergrößerung begnügen.

Entscheidend war eine weitere Erfindung von Isaac Newton. Er stellte 1668 das erste Spiegelteleskop vor.  Anstelle einer Linse, die das Licht in der Brennebene bündelte, ver-wendete der britische Physiker einen Hohlspiegel. Der reflektiert das Licht und führt es dabei zusammen. In beiden Fällen sieht man das vergrößerte Bild, indem man durch eine zweite Linse, das Okular, schaut.

Anfänglich konnte sich Newtons Erfindung gegen die Linsentechnik nicht durchsetzen. Doch gegen Mitte des 18. Jahrhunderts experimentierten immer mehr Astronomen mit Spiegeln, allen voran Friedrich Wilhelm Herschel, ein deutscher Musiker, der 1757 nach England auswanderte, sich dort zum besessenen Sternenforscher entwickelte und bald die besten Spiegelteleskope der Welt herstellte. Innerhalb von zwanzig Jahren baute und verkaufte Herschel rund 450 Teleskope. Das machte ihn zum größten Astronomen seiner Zeit. Als erster Mensch entdeckte er 1781 einen neuen Planeten, der den Namen Uranus erhielt. Und vier Jahre später ermittelte er ein räumliches Modell der Milchstraße. Hierfür musste er Helligkeiten und Himmelspositionen von mehr als 100 000 Sternen vermessen. Nach Herschels Beobachtungen war die Milchstraße ein scheibenförmiges Gebilde mit annähernd elliptischer Form, in dem sich viele Millionen Sterne befinden. Die Sonne war einer von ihnen und sie befand sich auch nicht im Mittelpunkt, sondern eher am Rand der Milchstraße. Die Milchstraße insgesamt bildete nun das neue Zentrum des Universums. Denn viele Astronomen waren davon überzeugt, dass es das einzige Sternensystem sei.

 

Tausende Milchstraßen

 

Herschel hatte bei seinen Himmelsstudien aber noch eine weitere bahnbrechende Entdeckung gemacht. Er war auch auf 2500 Nebel gestoßen, deren Natur völlig unklar war und bis 1923 heftig umstritten blieb. Das eine Astronomenlager sah in ihnen Gasnebel, die sich innerhalb der Milchstraße befinden. Für sie blieb die Milchstraße das alleinige System im Universum. Die Gegenseite war davon überzeugt, dass es sich um andere Milchstraßensysteme (Galaxien) handelt, die jedoch so weit entfernt sind, dass man die Sterne darin nicht einzeln wahrnehmen kann. Sollten sie Recht haben, so wäre das Universum ganz erheblich größer als bis dahin gedacht.

Es bedurfte noch großer Anstrengungen, um die „Große Debatte“, wie sie später genannt wurde, zu beantworten. Aufseiten der Teleskoptechnik  gab es Ende des 19. Jahrhunderts  einen gewaltigen Fortschritt. Machten die Astronomen bis dahin ihre Beobachtungen mit bloßem Auge, hielten nun zunehmend Fotokameras Einzug. Auf lang belichteten Aufnahmen wurden wesentlich lichtschwächere Sterne erkennbar. Außerdem kamen Spektografen zum Einsatz. Sie zerlegen das Licht in seine Regenbogenfarben, die eine Fülle von Informationen über die strahlenden Objekte enthalten.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika die weltweit  größten Observatorien. In der Nähe von Los Angeles ging 1917 auf dem Mount Wilson das größte Teleskop seiner Zeit in Betrieb. Sein Spiegel besaß einen Durchmesser von 2,50 Metern. An diesem Riesen, der 30 Jahre lang das größte Teleskop der Welt blieb, gelangen dem amerikanischen Astronomen Edwin Hubble zwei bahnbrechende Entdeckungen. Im Jahre 1923 fotografierte er in einem von Herschels Nebeln im Sternbild Andromeda  einige Einzelsterne. Das ermöglichte es Hubble, die Entfernung der Andromedanebel zu ermitteln. Das Ergebnis war verblüffend: Eine Million Lichtjahre. Damit war klar, dass der Andromedanebel und ähnliche Objekte Sternensysteme sind, die unserer Milchstraße sehr ähneln. Es sind Galaxien, die jeweils Milliarden Sterne enthalten.

 

Am Anfang war der Urknall

 

Der ganz große Wurf, der Hubble unsterblich machte, gelang ihm 1929. Bis dahin hatte er die Entfernungen von mehr als 40 Galaxien bestimmt und festgestellt, dass sich alle von unserer Milchstraße entfernen.  Ihre „Fluchtgeschwindigkeit“ nahm zudem mit wachsendem Abstand zu. Ein ungeheurer Befund, der auf den ersten Blick die Milchstraße wieder in die Mitte des Universums zu rücken schien. Doch das erwies sich als falsche Interpretation  der Flucht-geschwindigkeit. Die richtige lieferten drei Mathematiker: Alexander Friedmann, Wilhelm de Sitter und der katholische Pater George Lemaître. Sie hatten sich schon lange vor Hubbles Entdeckung mit Einsteins Relativitätstheorie beschäftigt. Diese beschreibt die Schwerkraft auf eine ganz andere Art, als Newton es getan hatte, und revolutionierte unsere Anschauung von Raum und Zeit.

Die genannten drei Theoretiker versuchten, das Universum mit Einsteins Theorie zu beschreiben und stießen auf ein merkwürdiges Ergebnis: Das Universum konnte in seiner Ausdehnung nicht unveränderlich sein- es musste sich entweder ausdehnen oder zusammen-ziehen. Dieses seltsame Resultat erhielt durch Hubbles Entdeckung der Galaxienflucht seine Erklärung. Das Universum expandiert und alle Materie muss dieser Bewegung des Raumes folgen, ähnlich wie Rosinen in einem aufquellenden Hefeteig. Die Rosinen, sprich die Galaxien, entfernen sich voneinander, ohne sich selbstständig zu bewegen.

Lässt man die Expansion des Universums in Gedanken rückwärts laufen, dann muss vor langer Zeit die gesamte Materie aus einem Punkt oder, wie Lemaître schrieb, einem Superatom entstanden sein. Damit war das Urknall- oder Big- Bang- Modell geboren. Es bedeutete einen gewaltigen Umsturz des Weltbildes. Das Universum war nicht unendlich alt, sondern besaß einen zeitlichen Anfang. Zeit und Raum und alle Materie sind im Urknall entstanden.

Astrophysiker haben heute eine Vielzahl von Hinweisen darauf, dass es noch wesentlich mehr Materie gibt, als wir sehen. Sie ist unsichtbar, macht sich aber durch die Schwerkraftwirkung bemerkbar. Etwa 80 % der insgesamt im Universum vorhandenen Materie gehen auf ihr Konto. Woraus sie besteht, ist eines der großen ungelösten  Rätsel. Vermutlich handelt es sich um eine Art von Elementarteilchen, die sich bislang nicht nachweisen ließ.

 

Das Universum expandiert

 

Noch rätselhafter ist indes etwas, was Astrophysiker vor zehn Jahren (um das Jahr 2000) ent- deckten: Eine Energie, die das gesamte Universum erfüllt. Diese dunkle Energie wirkt wie ein Druck, der die Expansion des Raumes beschleunigt. Es ist eine echte Revolution in der Physik. Niemand weiß, was die dunkle Energie überhaupt ist oder woher sie kommt. Nach derzeitiger Auffassung wird sie dafür sorgen, dass sich das Universum für riesige Zeiten ausdehnt.

Derzeit planen Astronomen eine neue Generation von Superteleskopen, deren Spiegel Durch- messer von 30 bis 40 Metern besitzen werden. Auch in den Weltraum werden riesige Reflektoren gelangen. Die europäische Weltraumorganisation Esa startet ihre beiden Teleskope Herschel und Planck. Herschel besitzt einen 3,50-Meter-Spiegel. Es ist dann das größte Observatorium, das bisher ins All geschossen wurde.

Warum der Drang nach immer größeren Teleskopen? Je größer die Fläche des Spiegels ist, desto mehr Licht sammelt dieser und desto lichtschwächere Himmelskörper kann man mit ihm beobachten. Das ermöglicht es, immer weiter entfernte Galaxien zu studieren. Und da das Licht eine bestimmte Zeit benötigt, um von den Galaxien bis zu uns zu gelangen, ist jeder Blick in eine größere Entfernung gleichzeitig ein tieferer Blick in die Vergangenheit des Universums. Die entferntesten zurzeit bekannten Galaxien  haben ihr Licht vor 13 Milliarden Jahren und damit 700 Millionen Jahre nach dem Urknall*) ausgesandt. Mit der neuen Teleskop- Generation wollen die Astronomen noch näher an den Urknall heranrücken und damit eine der drängensten Fragen der heutigen Kosmologie klären: Wie sind die Galaxien entstanden und welche Rolle spielen dabei Schwarze Löcher? Gut möglich, das die Wissenschaftler dann erneut unser Weltbild ändern müssen.

 

*) George Lemaître errechnete, dass der Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren stattfand.



Maler Marc Chagall:

Wer alles, was seltsam aussieht, als unlogisch abtut, verrät nur, dass er die Natur nicht begreift.

Kölsche Eigenarten

Ein wesentlicher Grundzug des Kölners

ist seine Überzeugung,

dass er das Leben selbst in die Hand

nehmen muss,

um es positiv zu gestalten.

 

 

„Maht üch Freud,

dann hat ehr jet vom Levve.-

Jeiht et scheiv,

dann müsst ehr nix dröm jevve.“

 

„Macht euch Freud’,

dann habt ihr was vom Leben.-

Geht es schief,

dann müsst ihr nichts drum geben.“

 



Ist’s Normale noch gefragt? (von mir mit spitzer Feder geschrieben)

 

Und nun frag‘ ich, an Deutschlands Rand:

„Ist’s Normale eine Schand‘?“

Ist’s blöd, dass Männer nach den Frauen,

statt nur nach eitlen Bubis schauen?

 

Ich hab‘ nichts gegen Anderssein,        

wenn sie nicht anders können.

In Zweisamkeiten hübsch allein,

will ich es ihnen gönnen.

 

Doch, macht man einen Fackelzug,

um dies zu demonstrieren,

dann hab‘ ich langsam doch genug

vom off’nen Onanieren.

 

Warum nicht in den Schrank zu fassen,

statt Brust und Hintern blank zu lassen?

Warum nicht sonntags festlich kleiden,

statt rumzulaufen wie die Heiden?

 

Ist’s dümmlich, Babys brav zu speisen,

statt viermal jährlich zu verreisen?

Ist’s dämlich mütterlich zu leben,

statt eitle Selbstsucht anzustreben?

 

Ist’s albern, Abfall zu entsorgen,

wo er sonst liegt am nächsten Morgen?

Ist’s affig, die Natur zu grüßen,

die Gott uns legt zu unsern Füßen?

 

Ist’s unmodern, noch hoch erhoben,

den Schöpfer und sein Werk zu loben?

Muss man sich vor dem Spott verkriechen,

wo viele nach Verhöhnen riechen?

 

Es kann ja sein, dass nur modern,

wer all den Unsinn stumpf genießt

und das Leben gut und gern

wie einen blöden Affen grüßt.

 

Wenn dem so ist, dann pfeif‘ ich drauf,                              .

als hochmodern zu gelten.

Ich setz‘ die Reisemütze auf

und zieh‘ in fremde Welten.

 

Dort gibt es das, was mir gefällt

und Hochkultur zu finden.

Moderne nennen’s „Heile Welt“,

die’s gilt, zu überwinden.

 

 

 

 

 



„Meine Zeitung“ (von mir)

 

Ich leg’ die Zeitung auf den Tisch.

Kaffee und Aufschnitt duften frisch,

lass’ mir das Frühstück munden.

 

Da liegt die Zeitung wohl vertraut.

Ich hab’ noch nicht hinein geschaut,

hab’s Lesen noch verwunden.

 

Mein Blättchen les’ ich, das steht fest,

gleich, wenn verdaut des Frühstücks Rest.

So ist es stets gewesen (wer’s glaubt!).

 

Doch plötzlich seh’ ich angespannt

‚nen Titel, der mir unbekannt.

Das muss ich schnellstens lesen!

 

Vergessen sind bald Wurst und Brot,

denn Zeitung lesen tut jetzt Not!

Es ist ja nicht zu fassen:

 

Da steht ja drin was unerhört

und jeden züchtgen Menschen stört

Das sollten sie schön lassen!

 

Am nächsten Morgen, sieh mal an,

fehlt alles, was aufregen kann.

Nur Gutes gibt’s zu lesen.

 

Da sitz ich nun und esse still

das Brötchen, das nicht schmecken will.

Fang’ mürrisch an zu dösen.

 

Denn täglich such’ ich voller Lust

nach Nachrichten voll Stunk und Frust,

mich maßlos aufzuregen.

 

Ist Zeitung ohne Frustgewinn

denk ich, heut steht rein gar nichts drin,

könnt sie beiseite legen.

 

Und darum bringet sie geschickt

mal was beruhigt, mal was zwickt,

fürsorglich abgewogen.

 

So wird sie auch nach Jahr und Tag,

trotz Meldungen die ich nicht mag,

von mir getreu bezogen.



Europäischer Islam

Witze über Mohammed

 

Als die ersten türkischen Gastarbeiter zu uns kamen, haben wir sie durchaus willkommen geheißen und nicht ausgegrenzt. So konnte ich persönlich einigen von ihnen berufliche Erfolge ermöglichen und so auch einige türkische Freunde gewinnen. Diese wiesen mich aber bereits vor Jahren darauf hin, dass wir Deutschen nicht genügend Augenmerk auf die von manchen Nachgereisten gewünschte Bildung von Parallelgesellschaften richten würden. Diese Nachgereisten, wie immer wir sie nennen mögen, erreichten es, das Bild auf unseren Straßen durch Kopftuchzwang so zu verändern, dass wir manchmal glauben, nicht mehr im Abendland zu leben.

 

Wir im Dritten Reich Aufgewachsenen waren es seinerzeit leid, die Straßen stets voller Parteiuniformen zu sehen, Uniformen die vor allem einen Machtanspruch ihrer Träger ausdrückten. Und nun sind die Kopftücher mittlerweile Teil einer uniformen Gesamtkleidung mancher  islamischer Frauen und jungen Mädchen geworden. Dass unsereiner hier zu Recht oder Unrecht Parallelen vermutet, sollten wir unseren islamischen Mitbürgern erläutern. Wenn es sich aber nur um ein Identitätsproblem handelt, sollten wir ihnen auch diese Freiheit lassen.

 

Die jetzige Veröffentlichung der Karikaturen von Mohammed und Gott  passt aber nicht in den notwendigen kulturellen Dialog, sondern trägt zu einer Verhärtung der bestehenden Missverständnisse zwischen den Kulturen bei. Wir sollten uns auch nicht mit einer zu schützenden Pressefreiheit herausreden. Das Verletzen religiöser Gefühle mag durch unsere Gesetzgebung gedeckt sein. Aber woher kommen diese Gesetze und wer ist für eine verantwortbare Festlegung der Grenzen der Freiheit zuständig. Gut, die Legitimität hierzu wird durch das demokratische Verfahren der Mehrheitsentscheidung erzeugt. Doch diesen Mehrheitsentscheidungen ruht, wie Jürgen Habermas und Kardinal Ratzinger (vor seiner Wahl zum Papst) gemeinsam feststellten, nicht zwingend ein ethisch-moralischer Gehalt inne. Hier müssten Christentum, Judentum, Islam und Humanismus gemeinsam an einer vorpolitischen moralischen Prägung der Verantwortbarkeit mitwirken.

 

Noch eine Frage bitte: Wäre Julius Streicher, der ehemalige Herausgeber des NS-Hetzblattes „Der Stürmer“, der die Juden in Wort und Bild der Lächerlichkeit preisgab, und nach dem Krieg als Schreibtischtäter eingestuft und von den Siegermächten zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, bei der heutigen Rechtsprechung und Volksmeinung im Sinne der Pressefreiheit straffrei? 

Die jüngere deutsche Geschichte lehrt uns: Das „Der Lächerlichkeit preisgeben“  kann Gewalt erzeugen und töten!

 

Und, um das Gesamtproblem abzurunden: Unsere geschichtliche Erfahrung lehrt uns mit Blick auf die Reichskristallnacht (Zerstörung von jüdischen Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und Synagogen durch den von den Nazis geschürten und staatlich gelenkten „Volkszorn“ ) auch, wie einfach es ist, einen Aufstand der Massen zu organisieren, um von den wichtigeren innenpolitischen Problemen abzulenken. Die Hassprediger unserer Tage sollten wissen, dass die von ihnen geschürten Exzesse im Nahen Osten für uns nichts Neues und Überraschendes sind. Also bitte!

 

                                                          

 

 (  Weber )



Kölnische Rundschau Leserbrief 1

Neun Planeten unseres Sonnensystems oder nur acht?

 

Als man vor einigen Jahren den kleinen Pluto entdeckte, rechnete man ihn zu den Planeten unseres Sonnensystems mit der Nummer neun. Und so merkte man sich die Namen der Planeten:

 

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.

( Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto )

 

Mittlerweile hat man im so genannten Kuipergürtel weitere Miniplaneten entdeckt

und deshalb dem Pluto den Grad eines Planeten aberkannt. Deshalb wurde der Merksatz

wie folgt geändert:

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.

( Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun )



Warum drückt man uns an den Rand?

 

Kommt nach dem Knoblauch der Weihrauch an die Reihe?

 

Hört endlich auf uns zu verhöhnen

und duldet unser Anderssein.

Was wir erhoffen und ersehnen,

ist Lebensfreude stark und rein.

 

Warum geht’s uns wie den Semiten:

Durch Witze wurden sie verletzt,

so lange bis die Hasser glühten,

von Propaganda aufgehetzt.

 

Man sagt, die Deutschen brauchen solche,

die permanent mit Hass bedacht.

Und heut‘ sind wir mal ihre Strolche,

die als Beschränkte ausgelacht.

 

Ich halt‘ euch hin die and’re Wange,

wenn die eine trifft ein Schlag.

Vor weit’rem Streich ist mir nicht bange,

weil ich zu unterscheiden mag.

 

Da schaue ich doch gleich nach Westen,

wenn aus Deutschland Dummheit droht.

Für mich seid ihr nicht mehr die Besten,

seit ihr voll Hohn und ohn‘ Gebot.

 

„Kulturlos“ seh‘n euch die Franzosen

und sagen: „Das ist die Gefahr,

die von deutschen Rigorosen

wieder droht, wie’s schon mal war“.

 

Ich stehe hier an Deutschlands Rande

und sehe mir das Treiben an,

der Lacher und der Spötterbande

und denke traurig. Welch ein Wahn!

 

 

 

 

 



Pierre Teilhard de Chardin

Extrakt und Anmerkungen von N. M. Wilders, erschienen in der Herder – Bücherei 1962/63

 

1.   Das dynamische Weltbild hat das statische abgelöst.

  • Das Universum ist nicht statisch sondern besitzt dynamischen Charakter. Deshalb muss man
  • seine Geschichte begreifen. Nichts ist begreifbar,  außer durch seine Geschichte.

 

2.   Sinn und Bestimmung

  • Die Uhr ist mehr als die Summe ihrer Teile, sie hat eine Bestimmung (die Zeitmessung).
  • Die Welt ist mehr, als die Summe der Wesen, die man antrifft Eine Analyse des kosmischen Phänomens geht also weiter, als die Ergebnisse der untergeordneten Wissenschaften.

 

3.   Sinn der Phänomene aufdecken!

  • Das Universum ist in seiner Ganzheit, in seinem inneren Zusammenhang und in seinem inneren Sinn zu begreifen.
  • Chardin suchte und fand einen Weg zur wissenschaftlichen Phänomenologie des Universums.
  • Er suchte nach einer kosmischen Organhaftigkeit und versuchte, den
  • Fortschrittskult, den er bejaht, und die Leidenschaft der Gottesliebe zu vereinen.  Hier fand er eine
  • Evolution konvergierenden Typs.  (Zusammentreffen in einem Punkt Omega.)

 

4.   Schritte der geistigen Evolution.

  • Untersuchung der räumlichen Dimensionen, auch im Weltraum.
  • Entdeckung der Zeit als konstitutives Element.
  • Universum als gewaltigen geschichtlichen Prozess begreifen, als ein evolutives Geschehen. (Materie(?) ----Leben----Geist)

5.   Frage: Sind schrittweise Übergänge chemischer Natur?

  • Wachsende Komplexität, wachsendes Seelenleben.

6.  

7.   Extrapolation

8.   Wenn man das evolutive Prinzip erkannt hat, muss man es auch für die Zukunft anwenden.

9.   Hegel und Marx: Sinn und Richtung der Geschichte erkennen. Man muss sich in die Richtung der Geschichte stellen und diese Richtung suchen.

10. Verantwortlichkeit für die Zukunft statt Schicksal dem „blinden“ Spiel der Naturkräfte zu überlassen.

11. Um die Richtung zu entdecken, in der sich die Menschheit weiterentwickeln wird, muss die Vergangenheit befragt werden.

  • Notwendigerweise muss man hierbei auf Extrapolationen und Hypothesen zurückgreifen.

 

12. Noogenese

13. Entdeckung einer extremen Organhaftigkeit im ganzen Kosmos.

     

14. Bei Sartre ist auch die Verantwortlichkeit der Menschen zentrales Problem, aber es fehlen

15.

  • Kosmischer Sinn,
  • Resonanz des menschlichen Abenteuers und
  • Glaube.

16. Der Mensch ist im menschlichen Bewusstsein eingekerkert, ohne jede Brüderlichkeit mit dem Kosmos und seiner Erde.

17. Bei Chardin fühlt sich der Mensch mit der ganzen Evolution solidarisch.

18.

19. Treue zur Schöpfung

20. Nietzsche (Also sprach Zaratustra): „Ich beschwöre euch, bleibt der Erde treu!“

21. Bei Chardin: Treue zur tiefen Evolution, die sich im Kosmos vollzieht, Aufstieg zum Geist, Vollendung durch Liebe und Harmonie

22. Konzentration auf das Thema der Freiheit und Verantwortung.

  • Wichtigste Aufgabe: Diesem menschlichen Denken und Tun muss eine wahrhaftige Orientierung gegeben werden , um es  zu höchsten Anstrengungen anzuspornen.
  • Die Erde ist nicht Wartesaal vor der Ewigkeit, sondern sie bedeutet Sendung, Aufgabe und Berufung.

23. Unterscheidung zwischen thomistischer und scotischer Konzeption der Inkarnation.

Benannt nach Thomas von Aquin (Lehre vom Stufenbau des Seienden aus einander überlagernden und übergreifenden Schichten bis zum Geist, immateriell und nicht gebunden an die Ordnung der Dinge in Raum und Zeit) und Duns Scotus (Vertreter des Primats des Willens gegenüber der Erkenntnis).

  • Der Thomismus unterscheidet ganz klar zwischen Schöpfungsordnung und Erlöser-ordnung. In den Anfangsplänen der Welt war eine Inkarnation des Wortes nicht vorgesehen. Das Dekret der Inkarnation kam nach der Sünde des Menschen.

 

      Einigung der Welt in Gott durch die Inkarnation.

  • Perspektiven der Wissenschaft und des Glaubens (Schöpfungsordnung und Gnadenordnung) laufen im Punkt Omega zusammen..

 

24. Die Welt ist nicht absurd, nicht blind. Sie hat Sinn, Ausrichtung und Ziel.



Pierre Teilhard de Chardin (Jesuitenpater) schrieb das Buch "Der Mensch im Kosmos"

Emanuel Geibel:

 

„Die Zeit zum Handeln jedes Mal verpassen,

nennt ihr, die Dinge sich entwickeln lassen.“



Sagenhaft

 

Aus Britanniens kühlen Welten                Vor allem gilt’s, die Fee zu finden,

kamen Kelten, viele Kelten                      die Morgan hieß und mit den Winden

und aus Osten und dem Norden               als Dohle weit nach Osten flog,

folgten die Germanenhorden.                   angeblich dann nach Süden bog.

 

In Eifel und in den Ardennen                    Fata Morgana *)heißt sie heute

lernten sie sich gründlich kennen.             und beschummelt Reiseleute,

Trèverer und Eburonen                           die in den Wüsten Durst verfluchen,

wurden draus; sie blieben wohnen.           verzweifelt nach Oasen suchen.

 

Aus diesem Herz vom Frankenland            Doch hört man hin und wieder raunen,

wurde später Deutschlands Rand.              sie sei im Vennland**) zu bestaunen,

Nachdem der Euro wurde Sitte,                  wo sie in Nebelbänken hockt

lag es wieder in der Mitte.                      und Wand’rer tief in Moore lockt                         

Mitte war es stets geblieben,                      Doch solltest du hier nichts entdecken

lag mal hüben, lag mal drüben.                  von Morgan, Artus, Keltenrecken,    

Doch es blieb auf alle Fälle                         wirst eines sicher du hier finden

stets stabil an Ort und Stelle.                      tief unten in des Hochmoors Gründen:

 

Statt dies Schicksal zu verfluchen,               Des Volkes Seel‘, die hier gewitzt

solltest Avalon du suchen.                           vor Deutschlands Hochmut ist geschützt.

Bist du auf der Spur der Kelten,                   Denn Sagen sind der Völker Seelen

tauchst du ein in Sagenwelten.                     und Völker sterben, wenn sie fehlen.

 

                                               Der kalte Ostwind bringt heut‘ nur

                                               Absurdes und gottlosen Schwur.

                                               Drum bleib‘ stabil wie deine Berge

                                               und höre nicht auf „Kulti“zwerge!

 

*) Fata Morgana, als Ausdruck für das physikalische Phänomen der Luftspiegelung, kommt aus der italienischen Sprache und heißt Fee Morgane. Dieser Name stammt aus der Artussage. Hiernach bewohnte die Fee Morgane die für Sterbliche unerreichbare Insel Avalon. Da in der Straße von Messina eine nicht vorhandene Insel durch Luftspiegelung erschien, setzte sich das italienische "Fata Morgana" als Bezeichnung für Luftspiegelung allgemein international durch. 

**) Hohes Venn in der Eifel

                            Golokreuz bei Thür aus Basaltlava

 



Die Gemeinde Thür in der Eifel besitzt ein umfangreiches Gräberfeld mit Grabstätten aus fränkischer, römischer und keltischer Zeit. 

                                        ______________________________

Natürlich habe ich diesen Ausflug in die Sagenwelt der Kelten mit Begriffen der Artussage leicht übertrieben. Aber wir brauchen wieder mehr Nahrung für unsere Seelen, sonst werden diese verdorren. Und Sagen enthalten meist ein Körnchen Wahrheit und Lebensweisheit.

Wenn Kulturen zu eng mit unhaltbaren mythischen Vorstellungen verknüpft sind, führen sie allerdings zu einer Mystik von Pessimismus und Passivität, so dass eine Anpassung an moderne Erkenntnisse der Wissenschaft erschwert wird.

Im Gegensatz zu manchen orientalischen Kulturen ist das christliche Abendland fähig, bereit und bemüht, die Totalität des nachweislich erschauten Weltbildes seinen Theorien einzuverleiben.

Der aus der Quantentheorie hervorgegangene Metarealismus eröffnet hier, im Gegensatz zum dialektischen Materialismus ein völlig neues Denken.

Nur, heute ist eine verletzliche, weil stets auf Wahrheitssuche ausgerichtete Kultur machtlos gegen eine überhebliche, die Massenmedien instrumentalisierende Zivilisation. Nehmen wir's gelassen.  

                                      _____________________________

 

Selten habe ich ein so gefühlvolles Gedicht gelesen wie das nachfolgende. Ich will es hier speichern, um immer daran erinnert zu werden, wie eine Frau denkt, liebt und leidet, wenn man sie gedankenlos allein lässt.

                                      ______________________________

Ulla Petersen

 

Sehnsucht nach Gestern

Der kalte Wind der Gewißheit,
weht die Verzweiflung
in mein Herz.
Dein Blick schweift vorbei,
an meiner Traurigkeit,
hat sich verirrt in deinem Morgen
ohne mich, uns.
 
Dein Schweigen verhöhnt
meine Gefühle zu dir,
und das, was war.
Verbannt die Zärtlichkeit,
die mich gestern noch umgab,
in das Nirgendwo.
Warum tust du das,
wann hast du angefangen,
mich zu verlassen?
 
Wo sind die warmen Hände,
die mich hielten, streichelten
ein-Leben-lang versprachen?
Wo sind die Liebkosungen,
sacht geflüstert auf meine Haut,
während tanzendes Morgenlicht
unsere Körper wärmte?
Wo ist der Duft deiner Liebe,
wo das Lächeln deiner Augen?
Wo bist du?
 
Du gehst fort,
ohne dich umzudrehen,
gehst fort in das Jetzt mit ihr,
schließt die Tür des Gesterns
fest zu hinter dir.
Der Schlüssel unserer Zweisamkeit
wird fortgespült,
von vielen ungeweinten Tränen,
auf den Grund der Sehnsucht.
Die Sehnsucht nach dir, meinem Mann,
weht wie ein kalter Wind
in die Leere meines Herzens.
 



Milliarden Erlöser

Auszug aus dem Rheinischen Merkur, Nr.14, 2009 von Werner Thiele

Gedanken an außermenschliche, kreatürliche Intelligenzen beschäftigen religiöse Denker schon seit Jahrtausenden. Engel, Götter, Halbgötter waren und sind da ebenso selbstverständlich wie Vorstellungen astraler Reisen diesseits und jenseits des Todes. Die Aufklärung ließ dann realistischere Fragen über den Sinn des Kosmos und mögliche Mitbewohner auf anderen Planeten aufkommen, die sich seither noch weiter zuspitzen. Fortgeschrittene Technologie macht es möglich, tief in kosmische Weiten hineinzulauschen. Im Verbund mit der Evolutionstheorie ergeben sich daraus für die Theologie Probleme hinsichtlich der traditionellen Vorstellung vom irdischen Menschen als „Krone der Schöpfung“, - vor allem im Hinblick auf die christliche Lehre von der Menschwerdung des göttlichen Wortes in Jesus Christus.
Die wissenschaftliche Theologie hat solche Überlegungen bisher nur höchst randständig angestrengt. Weithin hat sie das Feld zum einen naturwissenschaftlichen, zum anderen esoterischen und ufologischen Spekulanten überlassen. Zu den Ersten, die ernsthaft  um gedankliche Konsequenzen theologischer Art rangen, zählte der französische Priester (Jesuitenpater) und Paläontologe  Pierre Teilhard de Chardin. Er ging 1953 besonnen auf die Möglichkeit  ein, es könnten menschenähnliche Wesen auf anderen Planeten existieren. Ungeachtet der korrekten Einsicht, dass angesichts der riesigen Entfernungen im Universum mit keinen Kontaktmöglichkeiten auf natürlicher Ebene zu rechnen sei, fragte er sich, ob der kosmische Christus vielleicht auch in anderen Welten „Fleisch geworden“ sei. Allen derartigen Spekulationen stellte er den Gedanken gegenüber: Das Universum ist so vollkommen eins, dass ein einziges Eintauchen des Sohnes Gottes  in seinen Schoß es ganz überflutet und durchdringt mit seiner Gnade der Sohnschaft.
Anders antwortete 1957 der Religionsphilosoph Paul Tillich auf die Frage: „Wie soll man das Symbol des Christus verstehen angesichts der ungeheuren Dimensionen des Universums…. und der Möglichkeit  anderer Welten, in denen göttliche Selbstmanifestationen stattfinden und aufgenommen werden können?“ : „Der im Christussymbol gegebene Begriff des wesenhaften Menschseins beschränke die Bedeutung  Christi auf die historische Menschheit. Deshalb sei der Kosmos in anderen Bereichen  und zu anderen Zeiten für weitere göttliche Manifestationen offen.“ Tillich wagte es nicht, die Heilwirkung  Christi über die irdische Menschheitsgeschichte hinaus auf das Universum auszudehnen. Person und Werk Jesu Christi stellen so nur eine von möglicherweise vielen Repräsentationen des göttlichen Schöpfungswortes im Ursprung dar.
In diese Richtung denken mittlerweile eine ganze Reihe von Religionstheologen – nicht zuletzt unter dem Einfluss von östlicher und theosophischer Metaphysik. Berücksichtigt man die Weite des Kosmos, so wäre in der Konsequenz durchaus mit Milliarden von „Christus“ - Gestalten  in der gesamten Schöpfung zu rechnen. Derlei Spekulationen haben freilich gravierende Auswirkungen auf das christliche Gottesverständnis. Denn für die trinitarische Theologie der christlichen Kirche  auf unserem Planeten ist es keineswegs  gleichgültig, ob Gott zentral und personal von Jesus her zu erkennen und zu verstehen ist – oder ob anstelle der Trinität eine Pluralität treten soll, weil dann eine Fülle von Gestalten maßgeblich wäre für die Erschließung des Absoluten. Gott würde dann wieder anonymer, unbekannter und uns als Mysterium undeutlicher werden.
Wolfhart Pannenberg hat 1991 in seiner „Systematischen Theologie“  mit Recht ernüchternd darauf hingewiesen, dass die von einigen Autoren behauptete Wahrscheinlichkeit außerirdischer Formen von Leben und Intelligenz von anderen Forschern mit beachtlichen Gründen abgelehnt wird. Nur, falls es einmal zu derartigen Entdeckungen kommen sollte, müsse man das Verhältnis solch fremder Wesen zu dem in Jesus von Nazareth ein für allemal Fleisch gewordenen Wort Gottes neu bestimmen.
Und sollte nicht zu diesem  - eher unwahrscheinlichen Fall – gelten, was bereits Pierre Teilhard de Chardin gesagt hatte? Wenn Gott die Grenze zwischen sich und der Schöpfung an einem Punkt ein- für allemal überschritten hat, komme es nicht darauf an, in welcher Galaxie das geschah – wohl aber darauf, wo im All geistige Wahrnehmungen seiner Wirklichkeit evolutionär möglich geworden sind. So gesehen könnte es sehr wohl sein, dass der irdische Mensch die Speerspitze kosmischer Entwicklung darstellt.  Oder mit den Worten des Chemie- Nobelpreisträgers Ilya Prigogine gesprochen:


„Wir Menschen sind keine Zigeuner am Rande des Universums.“


Nicht unbedingt lustig, regt aber zum Nachdenken an! Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spätabends. Über den Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer: "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen". Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe ..... Die Gardinen an den Bürgerhäusern waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen! "Los komm, es reicht. Wir gehen!" "Wo denkst du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?" "Da unten? ‐ Das ist immerhin unsere Heimat. Hier wird es immer schlimmer. Wir tun das, was da an der Wand steht: Ausländer raus!!" Tatsächlich, mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf: Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihren Weihnachtsverkleidungen. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee palettenweise, des Deutschen Lieblingsgetränk. Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat. Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf, Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne ‐ die Gewürze in ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Stollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: "Mischlinge wie mir geht es besonders an den Kragen." Mit ihm kam das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen, ‐ nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren kleinen Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen. Lange Schlangen japanischer Autos, voll gestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik krochen gen Osten.

Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den feinen Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asien. Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floß in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Irak und Iran. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen. Stolz holten die großen deutschen Automobilfirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl!? ‐ Aber die VWs und BMWs begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile. Das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk aus den Gummimischungen der Reifen nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit ausländischem Asphalt im Verbund auch ein besseres Bild abgegeben als heute. Autohäuser standen leer, denn die Fiats und Lancias rollten gen Italien. Jaguar, Rover, Rolls‐Royce Richtung England, Chrysler nach Amerika und Renaults, Citroens und Peugeots gen Frankreich usw. Natürlich verschwand auch ein großer Teil der Schuhe in Richtung Italien, England und Frankreich. Auch die Boutiquen waren um die Kleidungsstücke aus diesen Ländern geräumt und plötzlich war da kaum noch eine modische Auswahl zu finden. Orangen rollten nach Spanien, Datteln und Feigen in den Orient. Weine und Spirituosen zogen sich gleich containerweise in ihre Heimatländer zurück. Viele Restaurants, die wir liebten, waren schlagartig geräumt. Nichts war`s mehr mit Pizzas, mit griechisch, jugoslawisch oder chinesisch essen. Auch Mc Donald war geschlossen. Nur noch deutsche Küche den Deutschen. Alsdann machten sich sogar unsere lieb gewonnenen Haustiere auf den Rückweg in ihre Ursprungsländer ‐ getreu dem Motto: Nur die Herkunft zählt. So waren dann plötzlich die Wellensittiche aus den heimischen Käfigen verschwunden, Papageien, ja sogar Siamkatzen, Perserkatzen und bestimmte Hunderassen verließen einfach ihr bisheriges "Herrchen oder Frauchen".

Die Aquarien waren auf einen Schlag leer und Fisch zum Essen gab es auch nur noch in einer ganz kleinen Auswahl. Nie wieder würden die Blumenzwiebeln aus Holland im Frühjahr aus den Böden sprießen und blühen, denn auch die waren der Erde entsprungen und heimwärts gezogen. Feinstes Porzellan aus China verschwand ebenso wie Gemälde vieler berühmter ausländischer Maler aus unseren Museen. Auch Bestseller in den Bücherregalen zuhause, in Bibliotheken und Buchhandlungen waren schlagartig verschwunden. Und in den Musikläden und CD‐Sammlungen in den Wohnzimmern fanden sich nur noch ganz wenige Stücke, ausschließlich in Deutsch. Denn ... Nur die Herkunft zählte ja schließlich. Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft. Gerade noch rechtzeitig vorm Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, Äpfel und Nüsse. Und "Stille Nacht" durfte gesungen werden ‐ wenn auch nur mit Sondergenehmigung ‐ das Lied kam immerhin aus Österreich! Nur eines wollte nicht ins Bild passen, Maria, Josef und das Kind waren geblieben. Drei Juden. Ausgerechnet! "Wir bleiben", sagte Maria, "wenn wir aus diesem Land gehen, wer will ihnen dann noch den Weg zurück zeigen, zurück zur Vernunft und zur Menschlichkeit?" (vermutlich Helmut Wöllenstein)



In diesem Zusammenhang verweise ich auf meine Themenseite: Am Ende des Zweiten Jahrtausends und auf den Artikel: Der Wandel der Weltbilder durch die Verbesserung der technischen Möglichkeiten der Beobachtung auf dieser Themenseite.

 

 

 

 

 

 

Neues Therma

Unendlich

Albert Einstein:

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. 

Lieber Herr Albert Einstein,

ein Universum, das sich mit zunehmender Geschwindigkeit ausdehnt, kann nicht unendlich sein. Es ist evolutiv und hat eine Geschichte.

Lemniskate als Zeichen für Unendlichkeit

Am 04. Juli 2012 stand ich auf einem Kölner Friedhof am Grabe eines vor etwa zwei Jahren verstorbenen  Mannes. Auf dem Grabstein entdeckte ich anstelle der mir geläufigen Symbole eine Lemniskate in Form einer liegenden Acht. Während meines Ingenieurstudiums bis 1950 wurde dieses Zeichen in der Mathematik für „Unendlich“ benutzt. Dies wird auch heute noch gelten.

Da diese Lemniskate sich jetzt also aus der Mathematik heraus auf die Friedhöfe schleicht, habe ich vermutlich  eine wichtige geistige Entwicklung verschlafen.

Ich beschränke mich hier auf die Wiedergabe einer Abhandlung über die bernoullische Lemniskate unter Wikipedia.



Lemniskate

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lemniskate mit durch die definierenden Punkte F₁ und F₂ gelegter Abszisse
Konstruktion einer Lemniskate durch einen Lemniskatenlenker

Die Lemniskate (von Latein lemniscus ‚Schleife‘) ist allgemein eine schleifenförmige geometrische Kurve. Im Speziellen ist sie das Symbol für Unendlichkeit von der Form einer liegenden Acht: \infty. Unicode: U+221E (∞).

 

Lemniskate von Bernoulli [Bearbeiten]

Die Lemniskate von Bernoulli, benannt nach dem schweizerischen Mathematiker Jakob Bernoulli, ist eine ebene Kurve mit der Form einer liegenden Acht. Sie ist eine algebraische Kurve vierter Ordnung und Spezialfall einer Cassinischen Kurve.


.



Eine Cassinische Kurve ist der Ort aller Punkte, bei denen das Produkt der Abstände zu zwei festen Punkten konstant ist. 

Hier bin ich wieder:

Der ernsthaft interessierte Leser möge die weiteren Seiten der Abhandlung selber im Internet nachlesen. Ob er dadurch dem tieferen Sinn der Grabsteininschrift nahe kommt, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht komme ich weiter, wenn ich Unendlichkeit durch Ewigkeit ersetze. Dann fällt mir nämlich folgender Spruch von

Angelus Silesius ein:

 

Ich selbst bin Ewigkeit,

wenn ich die Zeit verlasse

und mich in Gott

und Gott in mich

zusammenfasse.

 

Ob das in etwa so gemeint war?

Zudem:

Wenn ich bei Armin Risi (Veda-Philosoph) und Jean Guitton (französischer Philiosoph) nachlese, ist Unendlichkeit nicht mit Ewigkeit gleichzusetzen.

Ewigkeit ist ein Zeitbegriff, der nicht auf den Raum anwendbar ist.

Die Lemniskate als Vereinigungsband der Freimaurer

Die Lemniskate in der esoterischen Literatur

Auch das könnte gemeint sein:

Lemniskate - Die Lemniskate ist das Zeichen der Vollendung, das Unendlichkeitssymbol. Sie ist die symbolische Darstellung der Gegensätze, die, von Irrungen befreit ein Ganzes geben. „Entwirrt“ ergibt die Lemniskate eine Ellipse. Die Lemniskate ist der Versuch, die Dualität, die in und aus der Einheit entstand, darzustellen. Sie ist auch ein Symbol des ewigen Kreislaufs, des auf und ab, durch dessen Rhythmus Schwingung erzeugt wird.„Wenn wir uns rhythmisch im Einklang mit unserer Natur befinden, kann uns nichts etwas anhaben. Die Vorsehung ist mit  uns eins; sie sorgt für uns und führt uns zu unseren neuen Horizonten. Spirituell sein bedeutet, im Rhythmus zu sein.“ aus: Anam Cara*) Das Buch der keltischen Weisheit **) - von John O´Donohue Wenn uns klar wird, dass die Dualität notwendig ist für unsere Existenz auf diesem Planeten, können wir auch erkennen, dass unsere inneren wie äußeren Gegensätze die Pole sind, die die fürs Leben notwendige Spannung erzeugen. Diese Gegensätze in uns in Balance zu halten, nicht zu bekämpfen ist die große Aufgabe der wir uns stellen müssen. Das Laufen auf dem Grat eines Berges erfordert ständiges Wachsamsein und Konzentration, ein unbedachter Schritt genügt um den Halt zu verlieren und in die Tiefe zu stürzen. Somit ist ein Leben im Gleichgewicht in keinem Fall fad und langweilig. Es ist ein ständiges spielerisches jonglieren mit den Extremen. Diese Thematik wird im Tarot durch die Karte „zwei Münzen“ dargestellt. Waite deutet die Karte folgendermaßen: spielerischer Umgang mit Problemen, Heiterkeit, Neuigkeiten, Notwendige Anstrengungen, um ins Gleichgewicht zu kommen.

*) Wer im Internet verschiedene Links zum Thema Anam Cara öffnet, wird   

    verstehen, dass ich hierauf nicht näher eingehen will.

**) Obwohl auch die Kelten nachweislich zu meinen entfernten Vorfahren zählen, werde ich die keltische Weisheit nicht überstrapazieren.

 

Auch das könnte gemeint sein:

oo ∞ verheiratet (verh.), Ehe   Doppelte weiße Kreise überlappend, zwei kleine „o“ ohne Leerzeichen, Unendlich-Zeichen
         

In diesem Sinne finde ich das Unendlich-Zeichen (Lemniskate) auf einem Grabstein akzeptabel.

 


Generell scheint mir dies hier auf dem Grabstein einer Suche nahezukommen, die mich an einen Ausspruch von Henry Breuil erinnert:

"Unsere augenblicklichen intellektuellen, politischen und sogar seelischen Erschütterungen haben eine ganz einfache Ursache. Wir haben eben erst die Anker gelichtet, mit denen wir noch an die Steinzeit gekettet waren."

Haben Grabsteine eine neue Funktion?

Warum nicht? Grabsteininschriften als Anstoß zu philosophischen oder naturwissenschaftlichen Fragen? Ja, aber: Eigentlich wollte ich nur ein kurzes stilles Gebet verrichten, denn ich kannte diesen Menschen, der nach schwerer Krankheit seinen Frieden gefunden hat und hier in kühler Erde ruht. Der Tod ist Erlösung. Über Jahrhunderte wurden die Gräber mit Zeichen von Erlösung und Erlöser versehen. Die Grabsteininschriften drückten in Verbindung mit der Grabgestaltung eines aus: Requiescat in pace, "Ruhe in Frieden".

Hoffentlich nimmt mir mein anmaßender Intellekt  nicht die Fähigkeit, wie ein normaler Sterblicher zu trauern!

 

Ein wenig nachdenklich verließ ich den Friedhof.

Ich oute mich

 

Nachdem ich mittlerweile wochenlang auf den ersten Seiten der Tageszeitungen und in den Nachrichten der Fernsehanstalten mit Schreckensmeldungen über Verfehlungen in Erziehungsanstalten der katholischen Kirche und anderer Institutionen überschüttet werde, drängt es mich, Selbstanklage zu erheben. Was mich besonders bestürzt und hierzu drängt, ist die ständig wachsende Zahl von Menschen, die zwar nicht durch den wirklich unentschuldbaren sexuellen Missbrauch leiden mussten, sondern die jetzt im Alter feststellen, dass sie durch die damals allgemein üblichen Erziehungsmethoden mit körperlicher Züchtigung bleibende geistige Missbildungen erleiden mussten.

Zunächst frage ich mich, welche dunklen Einflüsse in meiner Kindheit und Jugend mich zu diesem Scheusal werden ließen. Da ist zunächst einmal das Elternhaus zu nennen. Natürlich gelingt es mir nur unter Aufbietung aller geistigen Kräfte, den Nebel des Vergessens so weit zu lichten, dass ich hier und da etwas Brauchbares entdecken kann. Aber das Suchen muss sich doch lohnen! War da nicht dieser so genannte Klapps auf den Hintern, der die so genannten schlimmen Kinderkrankheiten auslöste. Und war da nicht die ständig in der Luft liegende Drohung der Mutter: „Mach bloß, dann kriegst du ein paar hinter die Ohren!“ Doch meistens blieb es ja nicht bei einer Androhung. Dann erinnere ich mich an eine zwischen Mutter und Vater abgekartete Foltermethode übelster Sorte. Wenn Mutter (glaubte), nicht mit meinen Brüdern und mir fertig zu werden, rief sie mit greller Stimme: „Peter komm mal!“ Dann rückte Vater im Nebenzimmer seinen Stuhl mit einem derartigen Gepolter, dass uns armen Würmchen die Herzen vor Angst und Schrecken stehen zu bleiben drohten. Und dieses Gefühl von wehrlosem Ausgeliefertsein blieb in uns stecken, obwohl Vater, nachdem bei uns Kindern Ruhe eingekehrt war, sich wieder gelassen hinsetzte. Wir Kinder wagten es nicht, die zu einer gesunden freien Entwicklung von Geist und Willensbildung zwingend notwendige Tyrannisierung der Mutter wieder aufzunehmen. Seelische Grausamkeit!

Dann ist als zweiter Krankmacher und seelischer Verbieger die Schule zu nennen. Nannte man doch bei uns im Dorf den Lehrer im Volksmund nur der Föttchesklopfer. Bevor ich zum ersten Mal zur Schule ging, wies mich Vater am Vorabend drohend darauf hin, der Lehrer sei mit einem Klappmesser bewaffnet zum Wald gegangen, um neue Ruten für das Bestrafen der Schulkinder zu schneiden. Mit dieser dunklen Vorahnung ging ich dann zur Schule. Und wie vollzogen sich während des Unterrichts diese selbst vom Staat sanktionierten Strafen? Die Mädchen bekamen einen oder mehrere Schläge mit einer Rute auf eine ausgestreckte Hand und wir Jungen bekamen, über die vordere Bank gebückt, den Hosenboden nach Strich und Faden mit dem Stock versohlt. Narben über Narben an Seele und Gesäß! Was ist nur aus mir geworden?

So hatte sich in mir die Vorstellung verfestigt, ein Klapps auf den Hintern meiner Kinder nutze mitunter mehr als mehrstündige Diskussionen in einer antiautoritären Zwanglosigkeit. Zwar versuchte ich, diesen Klapps nur hin und wieder, gleichsam als Schlusspunkt einer ergebnislosen Überzeugungsrede einzusetzen, aber ich gestehe reuevoll: „Ich habe es getan und ich bedaure es heute zutiefst. Mea culpa!“ Das Schlimme ist, meine Kinder erinnern sich angeblich kaum noch oder gar nicht mehr an diese meine grausamen Verfehlungen. Und so ist es für eine Wiedergutmachung gegenüber den damals jungen Opfern meiner unverzeihlichen Übergriffe zu spät.

 

Möge das allen heutigen Erziehern eine Warnung sein! Wie sie mit den zunehmenden Aggressionen mancher Schüler gegenüber Mitschülern und Lehrpersonal fertig werden sollen, weiß jedoch der Geier.



Freiheit und Sicherheit

Wer Freiheit aufgibt,um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.

Benjamin Franklin

Wunsch unseres langjährigen Arztes:

Die vier Jahreszeiten